Donnerstag, Februar 19, 2026
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Umweltminister will CO2-Ausstoß für Chemieindustrie billiger machen

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will der Chemieindustrie im CO2-Emissionshandel mehr kostenlose Zertifikate zuteilen als bislang geplant. „Ich setze mich in Brüssel für realistischere Maßstäbe für die Zuteilung kostenloser Emissionsrechte ein“, sagte Schneider dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). „Die Chemiebranche steht unter internationalem Druck, und das nehmen wir ernst.“

Schneider sagte, der Emissionshandel habe „als marktwirtschaftliches Instrument einen guten Job gemacht“. Er verbinde erfolgreich Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke. Entscheidend sei aber, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Deutschland und Europa starke, innovative Chemiestandorte bleiben könnten.

Schneider habe sich an die EU-Kommission gewandt, um schnell Lösungen zu erreichen, teilte sein Ministerium mit. Vorausgegangen seien Gespräche mit Vertretern von Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften aus der Chemiebranche. Die Position, die man nun gegenüber Brüssel vertrete, sei gemeinsam mit der Bundesregierung entwickelt worden. Ziel sei es, für die Chemieindustrie in Deutschland ein attraktives Produktions- und Investitionsumfeld zu schaffen und Verlagerungen von Emissionen ins Ausland zu verhindern.

Die beiden CO2-Emissionshandelssysteme gelten als wichtigste Klimaschutzinstrumente der EU, denn die Menge der CO2-Zertifikate begrenzt, wie viel CO2 in den jeweiligen Bereichen emittiert werden darf. Von diesem Jahr an soll die kostenlose Zuteilung stark verringert werden. Wird in einer Branche die Menge kostenloser Zertifikate erhöht, verringert sich der Druck für diese Branche, zügig auf klimafreundliche Lösungen umzusteigen. Im Gegenzug könnte der Druck auf andere Branchen, wie etwa die Energiewirtschaft, steigen, da die Gesamtmenge an erlaubten Emissionen gleichbleibt.

Die Einnahmen des CO2-Emissionshandels fließen in Deutschland in den Klima- und Transformationsfonds. Daraus werden zum Beispiel der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung von Elektromobilität, die energetische Gebäudesanierung, Wasserstoffprojekte und die Umstellung auf klimafreundliche Industrieprozesse finanziert. Geringere Einnahmen bedeuten also auch geringere Fördermittel.


Foto: Evonik Industries (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

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